Sonstige

Auf der Autobahn der Zeit

 

"Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll." Ps. 143, 8

 

Dieses Gedicht ist im Jahr 1993, auf Grund vieler Kämpfe entstanden.

Im dritten Jahr nach unserer Auswanderung nach Deutschland.

 

Ja, die ersten Jahre in Deutschland waren eine sehr schwere Zeit mit vielen Tränen. Obwohl wir uns sehr freuten und Gott von ganzem Herzen dankbar waren, in der Heimat unserer Ahnen nun „Zuhause“ sein zu dürfen. Alle so reichen Gnadengaben, die wir in unserem materiellen Leben von unserem Himmlischen Vater empfingen, waren ja lauter Grund zur Dankbarkeit. Wir waren und sind auch jetzt dafür von Herzen dankbar! Aber die vielen Trennungen und Meinungsverschiedenheiten unter dem Volk Gottes, das wohnend in Russland, ein Herz und eine Seele war, gingen über die Kräfte vieler Christen. Das schwerste war, wenn man sah, wie die Eitelkeit dieser Welt nicht nur die Jugend, sondern auch ältere Leute gefangen nahm. Unwillkürlich musste man die Verwirrungen, mit der Gefahr der großen Geschwindigkeit auf der Autobahn vergleichen.

Die Verfehlungen, die etliche Aussiedler durch Unwissenheit auf den unbekannten Wegen in Kauf nehmen mussten, zeigen ein Bild der Verfehlungen im geistlichen Gebiet. Ja, es gab sogar Fälle, dass man statt in Richtung „Singen“, stundenlang in Richtung „Siegen“ fuhr.

Wie oft hört man in den Nachrichten: „Achtung! Ein Falschfahrer!“ Dieser Falschfahrer ging nicht mit Absicht auf die gegen gesetzte Spur. Nur mit Hilfe der Polizei kann er aus dieser gefährlichen Lage herauskommen. So brauchen auch wir die Hilfe von Oben, um auf rechter Bahn zu bleiben, oder bei Verfehlungen wieder auf den rechten Weg zu kommen!

 

Das Tempo in unseren Tagen nimmt immer mehr zu. Darum lasst uns die Mahnung des Apostel Petrus wahrnehmen: 2. Petrus 3, 11 - 12

 

„ … wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, dass ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des HERRN, …“

 

Das ist der Sinn dieses Gedichtes.

Matthäus 16, 2

 

 

Lukas 9, 62

 

 

Johannes 12, 24

 

 

Matthäus 5, 14 – 15

 

 

Lukas 22, 19

 

 

Matthäus 5, 11

 

 

Matthäus 11, 28

 

Lukas 16, 10

 

 

Matthäus 5, 8 und 48

 

 

Matthäus 5, 19

 

 

1. Petrus 3, 3

 

 

Matthäus 5, 6

 

 

1. Johannes 2, 17

Unsere Omas . . .

 

Dieses Gedicht wurde zusammengefasst, als die junge Oma

sich noch nicht zu dieser Sorte zählte.

Jetzt gilt es, sich danach zu prüfen.

Unsre lieben Omas haben viel Erfahrung,

unsre lieben Omas können uns viel sagen …

Sie haben viel Erlebnis durch die schwere Zeit,

davon zu erzählen sind sie auch bereit.

Ja, ihr langes Leben gleicht einem ganzen Jahr,

darin es Frühling, Sommer, Herbst und Winter gab.

Und wer im Frühling reichlich die Saat hat ausgestreut,

dem sind gute Früchte bis zum Herbst gereift.

Die können hier schon ernten edle Früchte ein

Und erst recht im Himmel, in der Ewigkeit!

Dort werden sie begreifen, wie niemals je zuvor,

wie wichtig ist ein Leben erfüllt und mühevoll!

Nun fühlt sich manche Oma geschmeichelt und im Glück,

im Geiste selbst befriedigt, schaut sie den Pfad zurück.

Und manchmal, wenn das Herze damit ist so erfüllt,

dann fließt über die Lippen, das eigne Lob beginnt:

„Was hab ich nur geleistet, was hab ich schon gemacht!

Wisst ihr, wie schwer mein Leben? – Ich hab es doch geschafft!

Welch dunkle, trübe Stunden hab ich hinter mir …,

meine Kinder, Enkeln sind auch dankbar mir.

Eine schöne Rente habe ich verdient,

als eine nette Oma, jeder mich ansieht.“ –

- Erzählungen, die ähnlich, sind auch keine Sünd’,

wenn darin nicht fehlet der EINE wahre Sinn.

Doch viele Menschen leben sorgenlos dahin

Und vergessen leider, dass dies nur NULLEN sind. 0000000000.... (1)

Es ist ein leeres Leben, wenn vorne das „EINS“ (1) nur fehlt, 1. 0000000000

und vor der Himmelspforte heißt es dann: „VERFEHLT!“

Das „EINE“ ist der Glaube, der unverfälscht und echt.

Jesu Blut alleine macht vor Gott gerecht!

Die Dankbarkeit und Demut sind lieblich anzuseh’n,

mit diesem Ehrenkleide sind weiße Haare schön!

Liebe, teure Seele, das Leben schnell vergeht.

Eil, solang die Gnade dir noch offen steht!

Jesus klopft ganz leise an die Herzenstür,

öffne sie noch heute, lass wohnen IHN bei dir!

Familie Viktor & Karoline Fritz

Die wahre Frömmigkeit

 

„Ich bin der allmächtige Gott;

wandle vor mir und sei fromm.1.Mose 17,

Und noch zur Betrachtung:

Lukas 10, 41 – 42 und Matthäus 19, 16 - 24

Eins ist Not – so sprach Jesus einst zu Martha;

Zum reichen Jüngling sprach er: „Eines fehlt dir noch“.

Und wenn die Umstände auch waren ganz verschieden,

so fehlte ihnen beiden nur das ein- und- selbe doch!

Das „EINE“, das den beiden fehlte

Ist das nicht die wahre Gottesfurcht?

Der reine, gottergeb’ne Wandel?

Mit einem Worte heißt es einfach: „FROMM.

Die wahre Frömmigkeit ist zu erkennen,

nicht an den großen Kenntnissen der Schrift.

Nicht an den frommen Reden, die ergreifend;

Nein, nur an Herzen ohne Schuld!

Die Frömmigkeit ist keine angebor’ne Tugend;

Sie erreicht man nur durch Gottes Gnad.

Wohl jedem, der sie sucht in früher Jugend,

der gerne geht den schmalen Lebenspfad!

Sie ist die Summe alles Guten.

Sie enthält die tiefste Gotteslieb!

Sie sitzt gerne auch zu Jesu Füßen,

weil in ihr des Heilgen Geistes Trieb.

Wer sie besitzt, der hat im Herzen Frieden.

Der zeugt des Geistes Früchte auch,

weil dessen Herze überfließt vor Liebe

und hier auf Erden schon er Jesum schaut!

 

Selbstprüfung: “Bin ich ein Christ?“

(Stille Betrachtungen, Bad Krozingen, 08. 10. 92)

Die Gesinnung Christi ist: sich stets zu beugen,

gleich, wie Jesus Christus, selber sich verleugnen.

Jesu nachzufolgen heißt – nicht schau’n zurück,

wenn man auch verzichtet auf eignes Wohl und Glück.

Es meint, täglich sterben, ob jung wir oder alt;

Das Weizenkorn kann wachsen, wenn es im Staub zerfallt.

Das Licht, das immer leuchtet, ist bald abgebrannt;

Das Salz, das man genießet – vergeht, ist uns bekannt.

Immer Liebe streuen und erwarten nichts;

Andere aufzubauen, wenn man selbst zerbricht.

Wenn,man uns verleumdet, feindlich uns gesinnt,

unschuldig und liebend bleiben, wie ein Kind.

Die Gesinnung Christi ladet alle ein,

um erquicken, heilen, andre zu erfreu’n.

Im Geringen treu sein, lehrt uns Jesus Christ;

Den Dankbaren und Frommen der Himmel offen ist.

Heilig und vollkommen will uns Jesus sehn;

Fleckenlose Seelen zum Himmel nur eingeh’n.

Wer Kompromisse schließt und Gottes Wort verdrängt,

der kann fürwahr nicht bleiben Gottes liebes Kind.

Die Seele stets zu schmücken, die Rüstung legen an,

dass am Leib verbleiche der Weltlust böser Wahn.

Der wahre Durst und Hunger nach Gerechtigkeit,

nach dem Wort des Lebens – das ist Seligkeit!

Allem abzusagen, was die Welt uns gibt;

Diesem nachzukommen, heißt zu sein ein Christ.

Wir alle fahren Autobahn, auf der man schnell fortkommen kann.

Die Richtungen sind sehr verschieden: Singen, München, Bonn und Siegen,

Hannover, Hamburg, Köln, Berlin, Aachen, Kassel und noch viel ... .

Wichtig ist für den, der fährt,dass er die Richtung nicht verfehlt.

Dafür ist aber gut gesorgt, wenn eine Karte du dir besorgst.

Du schaust die Karte gut dir an, so kommst du sicher, schnell voran.

Doch musst du dennoch achtsam sein, den Schildern recht gehorsam sein!

Besonders schwierig wird es oft, an einer Kreuzung - kann‘s fehlen doch...

Oft fährst du sicher, siehst gut das Schild, und ach! - ein Augenblick, geschwind ...

Da bist du schon auf falscher Bahn;du säufst, beschuldigst oft im Wahn.

Doch du fährst weiter - ganz bestimmt; Du kannst nicht anders, du wirst gedrängt.

Auswege gibt es, des bist du klar - die erste Ausfahrt ist deine Wahl.

Ach, wie viel Zeit hast du versäumt, ein mancher hat es schon bereut;

Doch wirst du achtsamer dafür, du merkst nun besser auf dein Ziel!

Es strengt dich sicher etwas an, ein Fahrer das verstehen kann.

Doch wenn die Zeit dich nicht sehr drängt, kommst du trotz Panne noch ans Ziel.

 

Du fährst jetzt schnell, siehst rechts von dir den Laster, "Trabbis"* und noch viel ...,

die langsam fahren – da lächelst du: "Zu solchem Fahrzeug stimm ich nicht zu".

Doch plötzlich gibt es einen Stau, du denkst: was soll denn da wohl sein?

Da musst du mit den andren gleich, ganz langsam, demütig auch sein.

Nun siehst du auch den Nebenmann, der neben dir, auf gleicher Bahn.

Lächle ihn an, bald merkst du dann, wie Freundlichkeit gewinnen kann.

Die Ungeduld lass bleiben fern, blick lieber auf zum großen HERRN,

dass du nicht selbst die Ursach’ wirst, vom Stau - wenn du zu sicher bist.

Die Ursache merkst du gar bald von diesem peinlich langen Stau:

Du hörst Alarm, der Notarzt eilt, die Feuerwehr eilt nun herbei,

der Abschleppdienst ist auch bereit zu ordnen alles, wie schlimm´s auch sei.

Voll Mitleid schaust du rüber nur und dann nur vorwärts mit neuem Mut!

 

So geht es weiter, bis eine Not zur Raststätte dich rüber lockt.

Man holt den Korb mit Proviant, du wirst gestärkt, und weiter dann...

Und wenn es glückt und wenn es klappt, dass es bei dir gibt keinen Krach

dann bist du sicher bald am Ziel, wo du hast Ruhe, oder viel Müh’.

 

O Fahrer dieser schnellen Zeit! Hier ist die Raststätte bereit.

Halt an, hol deine Karte raus - hast eine Bibel du im Haus?

Dort findest du den EINEN WEG, das EINE ZIEL, das wirklich zählt!

"JESUS CHRIST" - heißt diese Bahn, Ja, diese Bahn fährt himmelan!

Der Weg ist nicht so leicht zum Ziel, doch Freuden gibt’s da dennoch viel.

Ja, langsam, rechts, nicht eilig sein bewahret dich vor Angst und Pein.

Da siehst du auch die Schilder gut, bewahrst die Ruhe und auch den Mut.

Das Irren auf den falschen Wegen wirst du ersparen - das ist der Segen!

 

Auch wirst du sehen die schöne Natur: die Blumenfelder, Wald und Flur,

und auf dem reich umrankten Hügel entdeckst den Turm vom Schloss dort drüben.

Du denkst zurück an alte Zeiten, auch an den Trost der alten Leute:

"Eine Burg ist unser GOTT - wer auf IHN hofft, hat keine Not!“

O lieber Fahrer dieser Zeit ! Schau auf die Uhr – ‚s ist hohe Zeit,

dass du es ernstlich überprüfst, ob du auf rechtem Wege bist!?

Die Ausfahrt ist dir möglich noch, nütze die Möglichkeiten doch;

morgen kann es sein zu spät, dass du für immer das Ziel verfehlst!

 

Wie schön, wenn alle, die wir hier, hätten nur ein einzig Ziel:

zu gehen in den Himmel ein und ruhen dort in Ewigkeit!

Das ist der schönste Wunsch, fürwahr, dass uns der treue Hirt bewahrt

und öffnet uns des Himmels Tor; dort will ich singen: "Mein Glück ist groß!"

 

* “Trabbant” – kurz „Trabbi“ genannt, war ein kleines, unscheinbares Auto in der DDR,

das man in den 90-ger Jahren, als die Grenze der ehemaligen DDR geöffnet wurde,

oft auf der Autobahn sehen konnte.